Sebastian Bieniek: »Ich bin eine Mischung aus Scharlatan, Schamane, Clown und Trickser«

Sebastian Bieniek ist einer, der die Kunst der Kommunikation wie kein anderer beherrscht, und das sowohl in der realen als auch in der digitalen Welt. Seine Galerie ist der virtuelle Raum der sozialen Medien, ein riesiges Netzwerk. Seine Fangemeinde auf Facebook, Instagram und Tumblr zählt hunderttausende Leute und täglich kommen neue dazu. Der Maler, Performer, Filmemacher und Fotograf will sich programmatisch den Regeln des Kunstmarkts nicht unterwerfen und hat Erfolg damit. Am 24. April 1974 in einem Dorf bei Opole (Polen) geboren, zog er 1989 nach Niedersachsen, studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und dann an der Universität der Künste Berlin, wo er 2002 bei Katharina Sieverding einen Abschluss als Meisterschüler machte. Danach absolvierte er ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Mit seinen Filmen und Performances wie etwa »Burqa« (2009) oder »Mein Freund H. Winkler von der Deutschen Bank« (2013) erregte er großes Aufsehen. Seine 2013 begonnene Fotoserie »Doublefaced«, die sich zuerst in den sozialen Medien ausbreitete, machte ihn international bekannt. Was Sebastian Bieniek beschäftigt, ist die multiple Persönlichkeit und die Bipolarität, also wie Virtualität die Realität und das Individuum beeinflusst und verändert. Sebastian Bieniek, der darüber auch das Buch »Realfake« geschrieben hat, ist in Wirklichkeit ein charmanter und eloquenter Mensch und ein konsequenter Künstler, wovon ich mich beim Besuch seines Ateliers in Friedrichshain überzeugen konnte.

Interview und Fotos von Urszula Usakowska-Wolff

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Käthe Kruse: »Ich langweile mich nie, denn mich beschäftigt immer die Welt«

Käthe Kruse, am 10. September 1958 geboren, ist eine faszinierende und charismatische Persönlichkeit, deren Leben genügend Stoff für einen Roman bietet. Sie war Hausbesetzerin und Mitglied der Künstlergruppe Die Tödliche Doris. Die Künstlerin und Musikerin schafft seit über 20 Jahren raumgreifende und multimediale Installationen, die wie Bühnenbilder wirken. Sie ist seit 1991 mit dem Schweizer Schriftsteller Yves Rosset verheiratet und hat zwei Töchter: Edda (24) und Klara (20), mit denen sie in Performances auftritt. Nan Goldin, mit der sie im besetzten Haus in Kreuzberg wohnte, verewigte Käthe und ihre Töchter auf zahlreichen Fotografien, die sich heute in den wichtigsten internationalen Sammlungen und Museen befinden. Seit knapp zwei Jahren wohnt Käthe Kruse im Taut-Haus am Engeldamm, wo ich sie in ihrem Atelier besuchte.

Interview und Fotos von Urszula Usakowska-Wolff

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