Oh, diese kuriose & furiose Nase!

Berlin ist die einzige Metropole der Welt, die mit drei Opernhäusern – vielleicht der einzige positive Relikt der deutschen Teilung – mehr als reich gesegnet ist. Am zweiten Juniwochenende organisierten sie ein Fest, das am Freitag, Samstag und Sonntag mit einem musikalischen, gesanglichen, interpretatorischen und selten servierten Drei-Gänge-Menu der Spitzenklasse aufwartete und den Geschmacksnerv des Publikums genauestens traf. So wurde am 15. Juni in der Deutschen Oper Rossinis »Il viaggio a Reims« sozusagen als Vorspeise, am 16. Juni in der Komischen Oper Schostakowitschs »Die Nase« als Hauptspeise und am 17. Juni Verdis »Macbeth« mit den Stars Anna Netrebko und Placido Domingo in den Hauptrollen als Dessert aufgetischt.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Volker März: Kaleidoskopist der conditio humana

Das ist eine überraschende Begrüßung, wenn man im Georg-Kolbe-Museum die Ausstellung »Der Affe fällt nicht weit vom Stamm« von Volker März besucht: einträchtig nebeneinander sehen den Besucher Francisco Franco, modelliert von Georg Kolbe, und Adolf Hitler, ein Werk von Gerhard Marcks, an. Zwei Köpfe, die für die dunkelsten Kapitel der Menschengeschichte stehen, sind von Volker März aus den Archiven gehoben worden. Sie sind immer noch da.

 Von Manfred Wolff

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Die Ausstellung »gedeih« in der Galerie DASLABOR: Multiplikation dient der Meditation

»gedeih« heißt die zweite Ausstellung der Gruppe »Die Saat«, die im November 2017 von vier Künstlerinnen gegründet wurde, die sich in einem Workshop des Erfolgsteams Bildende Kunst kennen lernten. Darunter waren Anja Asche und Nadja Schüller-Ost, deren Arbeiten in der Galerie DASLABOR gezeigt werden und die den Maler Marcus Lichtmannegger als Gast zur Teilnahme an dieser Schau eingeladen haben.

 Von Urszula Usakowska-Wolff

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Rossinis Dramma giocoso »Il viaggio a Reims«: Eine grandiose Symbiose zwischen tanto Belcanto und geflaggter Unterhose

Deutsche Oper Berlin in Höchstform: am 28. und 31. Mai die fulminante konzertante Aufführung der lyrischen Tragödie »Maria Stuarda« von Gaetano Donizetti, ein rundum gelungenes Bühnenwerk, zu dessen Gelingen alle daran Beteiligten gleichermaßen beigetragen haben: das von Francesco Ivan Ciampa dirigierte Orchester, der Chor unter der bewährten Leitung von Jeremy Bines und die sechs wunderbaren Solistinnen und Solisten (Diana Damrau, Jana Kurucová, Amira Elmadfa, Javier Camarena, Nicolas Testé und Dong-Hwan Lee ), deren stimmliche, charakterliche und darstellerische Performance hinreißend, bewegend und sehr überzeugend war, und nun am vorigen Freitag die Premiere des selten aufgeführten Dramma giocoso in einem Akt »Il viaggio a Reims« von Giacchino Rossini, vom Publikum frenetisch bejubelt und am Ende mit langanhaltenden Standing Ovations belohnt.

 Von Urszula Usakowska-Wolff

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Lyrische und drastische feministische Kunst aus Indien

Die in der Ausstellung »Facing India« gezeigte Kunst ist ohne Zweifel feministisch, politisch und engagiert. Aber unabhängig davon, wie man sie nennt, ist es eine Kunst, die äußerst suggestiv wirkt und lange im Gedächtnis bleibt. Der Einfallsreichtum, das Wissen und der Weitblick der Künstlerinnen, die Dynamik und Energie, mit der sie ihre perfekt ausgeführten Werke realisieren, die Vielzahl von Techniken, Materialien und überraschenden Lösungen kommen in allen Arbeiten, die im Erdgeschoss des Kunstmuseums Wolfsburg präsentiert werden, zum Ausdruck.

 Von Urszula Usakowska-Wolff

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