Oh, diese kuriose & furiose Nase!

Berlin ist die einzige Metropole der Welt, die mit drei Opernhäusern – vielleicht der einzige positive Relikt der deutschen Teilung – mehr als reich gesegnet ist. Am zweiten Juniwochenende organisierten sie ein Fest, das am Freitag, Samstag und Sonntag mit einem musikalischen, gesanglichen, interpretatorischen und selten servierten Drei-Gänge-Menu der Spitzenklasse aufwartete und den Geschmacksnerv des Publikums genauestens traf. So wurde am 15. Juni in der Deutschen Oper Rossinis »Il viaggio a Reims« sozusagen als Vorspeise, am 16. Juni in der Komischen Oper Schostakowitschs »Die Nase« als Hauptspeise und am 17. Juni Verdis »Macbeth« mit den Stars Anna Netrebko und Placido Domingo in den Hauptrollen als Dessert aufgetischt.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Michelangelo Pistoletto: Der Einfluss des Künstlers auf die Welt

Von Urszula Usakowska-Wolff

Michelangelo Pistoletto ist einer der bekanntesten europäischen Künstlern, ein kreativer und quirliger Geist, dem es von Anfang an darum ging, die Grenzen der Wahrnehmung zu überwinden, die Kunst mit dem Alltag zu verflechten und somit den erweiterten Kunstbegriff zu praktizieren. Schon früh als Ikone der Postmoderne gefeiert, beeinflusst er bis heute mit seinen Werken und Schriften den italienischen und internationalen kunstpolitischen Diskurs. Er plädiert für eine Erneuerung der Gesellschaft und Politik durch die Einführung eines »Menschentheismus« und einer »Demopraxie« und glaubt, dass auf diese Weise die Zukunft der Menschheit gerettet werden kann. Zum 85. Geburtstag schenkte das Italienische Kultursinstitut Berlin dem hochgeschätzten Künstler und Denker die Retrospektive »Michelangelo Pistoletto und Cittadellarte – Spiegelungen und Widerspiegelungen«, in der eine Auswahl seiner Arbeiten aus den letzten 50 Jahren zu sehen ist.

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Volker März: Kaleidoskopist der conditio humana

Das ist eine überraschende Begrüßung, wenn man im Georg-Kolbe-Museum die Ausstellung »Der Affe fällt nicht weit vom Stamm« von Volker März besucht: einträchtig nebeneinander sehen den Besucher Francisco Franco, modelliert von Georg Kolbe, und Adolf Hitler, ein Werk von Gerhard Marcks, an. Zwei Köpfe, die für die dunkelsten Kapitel der Menschengeschichte stehen, sind von Volker März aus den Archiven gehoben worden. Sie sind immer noch da.

 Von Manfred Wolff

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Die Ausstellung »gedeih« in der Galerie DASLABOR: Multiplikation dient der Meditation

»gedeih« heißt die zweite Ausstellung der Gruppe »Die Saat«, die im November 2017 von vier Künstlerinnen gegründet wurde, die sich in einem Workshop des Erfolgsteams Bildende Kunst kennen lernten. Darunter waren Anja Asche und Nadja Schüller-Ost, deren Arbeiten in der Galerie DASLABOR gezeigt werden und die den Maler Marcus Lichtmannegger als Gast zur Teilnahme an dieser Schau eingeladen haben.

 Von Urszula Usakowska-Wolff

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Rossinis Dramma giocoso »Il viaggio a Reims«: Eine grandiose Symbiose zwischen tanto Belcanto und geflaggter Unterhose

Deutsche Oper Berlin in Höchstform: am 28. und 31. Mai die fulminante konzertante Aufführung der lyrischen Tragödie »Maria Stuarda« von Gaetano Donizetti, ein rundum gelungenes Bühnenwerk, zu dessen Gelingen alle daran Beteiligten gleichermaßen beigetragen haben: das von Francesco Ivan Ciampa dirigierte Orchester, der Chor unter der bewährten Leitung von Jeremy Bines und die sechs wunderbaren Solistinnen und Solisten (Diana Damrau, Jana Kurucová, Amira Elmadfa, Javier Camarena, Nicolas Testé und Dong-Hwan Lee ), deren stimmliche, charakterliche und darstellerische Performance hinreißend, bewegend und sehr überzeugend war, und nun am vorigen Freitag die Premiere des selten aufgeführten Dramma giocoso in einem Akt »Il viaggio a Reims« von Giacchino Rossini, vom Publikum frenetisch bejubelt und am Ende mit langanhaltenden Standing Ovations belohnt.

 Von Urszula Usakowska-Wolff

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