Kategorie-Archiv: Porträts

Ceija Stojka: »Schaut heute bitte nicht weg!«

Ceija Stojka (1933-2013), KZ-Überlebende, veröffentlichte 1988 das Buch »Wir leben im Verborgenen. Erinnerungen einer Rom-Zigeunerin«, das nicht nur in Österreich für großes Aufsehen sorgte, denn es war einer der ersten persönlichen Berichte über Porajmosden Völkermord an den europäischen Roma. Weil sie alles, was sie erlebt hatte, mit Worten nicht ausdrücken konnte, begann Ceija Stojka  zu malen. Sie schuf schonungslose, unmittelbare, authentische und erschütternde Bilder des Grauens, die sich tief ins Gedächtnis einprägen.

Von Urszula Usakowska-Wolff 

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George Condo in der illustren Männerrunde der Moderne

George Condo ist unter die Klassiker gegangen. Als erster zeitgenössischer Künstler wurde er auserwählt, in der Ausstellung »Confrontation« seine Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen im Museum Berggruen, dem Berliner Tempel der Klassischen Moderne, inmitten der Werke von Picasso, Klee, Matisse, Cézanne und Giacometti zu präsentieren. Das ist kein Zufall, denn Condo hat zu den Granden der Kunstgeschichte eine ganz besondere Beziehung.

Von Urszula Usakowska-Wolff & Manfred Wolff

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Józef Szajna und seine Reminiszenzen an die Opfer

Der polnische Dramaturg, Bühnenbildner und Regisseur Józef Szajna (1922-2008) hielt als KZ-Überlebender in seiner Kunst die Erinnerung an die Gräueltaten des Nationalsozialismus und Totalitarismus wach. Doch auch die Gegenwart und Zukunft der Welt betrachtete er mit großer Sorge – einer Welt, in der rücksichtslose Populisten Triumphe feiern, weil sie genau wissen, was man den gleichgeschalteten Massen auftischen muss: einen gemeinsamen Feind, den es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt.

 Von Urszula Usakowska-Wolff

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Iris Schieferstein: Bizarre Bildhauerin in bigotter Bundesrepublik

Chimären, Hybriden, Stiefeletten aus Pferdehufen mit Revolverabsätzen: Mit ihren eigen- und einzigartigen, tabubrechenden Objekten aus Tierpräparaten fasziniert und polarisiert Iris Schieferstein die Kunstwelt und das Publikum wie keine andere.

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Hannah Höch: Groteske Bildwelten und ein Knusperhäuschen in Heiligensee

Grenzüberschreitungen, ungewöhnliche Sicht- und unkonventionelle Verhaltensweisen zeichneten ihr privates und künstlerisches Leben aus: Hannah Höch (1899 – 1978), die mehr als 65 Jahre in Berlin verbrachte und ein über 500 Arbeiten umfassendes Werk schuf, war eine Rebellin mit Bubikopf, scharfem Blick, Schere und Klebstoff.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Józef Chełmowski und seine Welt voller Engel

Am 6. Juli 2013 verstarb Józef Chełmowski,  ein vielseitig begabter, offener und neugieriger Mensch: Er zeichnete, schnitzte, malte auf Glas, Leinwand, Holz und Spanplatte. Seine Farben mischte er sich selbst aus Eigelb, Quark, Milch, Blätter und Blüten. Er war Philosoph, Erfinder, Astronom und Theologe. Er dachte viel über die Welt nach, verfolgte und kommentierte in seinen Werken das Zeitgeschehen. Seine Fantasie und Experimentierfreude kannten keine inhaltlichen und formalen Grenzen.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Renée Sintenis: Göttin und Garçonne

Alle Jahre wieder kommt die Berlinale, zu deren Höhepunkten die Verleihung des Goldenen und des Silbernen Bären gehört. Die Trophäe der Berlinale stammt aus der Hand von Renée Sintenis.

Von Urszula Usakowska-Wolff

Sie überragte alle um einen Kopf und stellte viele Männer in den Schatten: Renée Sintenis war eine der erfolgreichsten und bestverdienenden Künstlerinnen der Weimarer Republik. Und das in einer Domäne, die zu der Zeit den Frauen vorenthalten war: der Bildhauerei. Die Sintenis, wie man sie zu nennen pflegte, 179 cm groß, was sie damals wie eine Riesin erscheinen ließ, eroberte die Kunstwelt mit kleinen niedlichen Tierchen. Ihre Bronzeplastiken, in denen sie bevorzugt Jungtiere wie Fohlen, Esel, Kälbchen, Ziegen- und Steinböcke, Rehe, Hunde und Bären darstellte, waren etwas Sensationelles, galt doch die Bildhauerei lange Zeit als eine Kunst, deren Aufgabe es war, Große Männer: Kaiser, Kriegsführer, Dichter, Denker und andere Helden auf monumentalen Denkmälern zu verewigen.

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Shahla Aghapour: Malerin, Bildhauerin, Lyrikerin und Galeristin

Die Blumensträuße weisen darauf hin, dass es hier vor kurzem etwas zu feiern gab. Sie schmücken ein Ambiente, in dem das Weibliche zelebriert wird. An den Wänden hängen seltsame Frauenporträts. Die darauf Abgebildeten sind einäugig, zweiäugig, blauäugig, manchmal auch janusköpfig. Ihre Hälse sind lang, ihre Konterfeis maskenhaft, verträumt, erdig. Ihre Lippen sind rot, die Leinwände bedeckt eine Schrift, die offensichtlich keine lateinische ist.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Jean Dubuffet und die Kunst der Besessenen

Als »Art Brut« wird eine unverbildete und »rohe« Kunst bezeichnet, deren Schöpfer Außenseiter, Patienten psychiatrischer Kliniken oder Häftlinge sind, die unabhängig von den etablierten Kunstströmungen und Kunstzentren wirken. Der Erfinder des Begriffs »Art Brut« war 1945 Jean Dubuffet, französischer Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Philosoph, Komponist und Kunsttheoretiker, einer der originellsten und radikalsten Künstler des 20. Jahrhunderts. 

Von Urszula Usakowska-Wolff 

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