Die Ausstellung »Abstrakt////Skulptur« verwandelt das Georg-Kolbe-Museum in ein Lapidarium

„Double Monument for Flavin and Tatlin“ von Bettina Pousttchi umgeben von Georg Kolbes Bronzeakten. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Inmitten der makellosen weiblichen und männlichen Bronzeakte von Georg Kolbe, die auf dem Hof seines ehemaligen Ateliers stehen, ragt ein fremdartiges Gebilde empor, das aussieht, als könnte es jederzeit umkippen: Es sind sechs aufgetürmte Absperrgitter, die wie verbogene überdimensionale weiße Lampenschirmgerüste aussehen. In der Nacht strömt aus ihnen helles Neonlicht, so dass sich ihre weißen Konturen aufzulösen und in eine Lichtsäule zu verwandeln scheinen.

Von Urszula Usakowska-Wolff

„Die Ausstellung »Abstrakt////Skulptur« verwandelt das Georg-Kolbe-Museum in ein Lapidarium“ weiterlesen

Was stellt die Akademie der Künste im Sommer aus? Dreidimensionale Hörspiele und geometrische Farbpaneele

Georges Bures Miller und Janet Cardiff, Wunderkammer. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Wer bis Mitte August die Akademie der Künste am Pariser Platz 4 besucht, kann dort internationale Kunst im Doppelpack erleben: Zum einen beunruhigende multimediale Installationen, in denen Geräusche und Sinnestäuschungen eine große Rolle spielen, zum anderen harmonische Acrylbilder mit geometrischen Mustern, die in der Tradition des Konstruktivismus und der britischen Op Art stehen.

Von Urszula Usakowska-Wolff

„Was stellt die Akademie der Künste im Sommer aus? Dreidimensionale Hörspiele und geometrische Farbpaneele“ weiterlesen

»Pigasus« hat einen ganz einfachen Geschmack und zeigt nur das Beste

Mariusz und Joanna Bednarski, Inhaber der Pigasus - Polish Poster Gallery Berlin, 2011. Foto © Usakowska-Wolff

Seit acht Jahren gehört die kleine, nur einige Schritte vom Rosa-Luxemburg-Platz entfernte Galerie mit dem Schild eines geflügelten Schweins über dem Eingang zum Markenzeichen der Torstraße. Diese Galerie heißt auf Englisch »Pigasus – Polish Poster Gallery« und hat sich der Popularisierung der polnischen Plakatkunst verschrieben. Es ist ein Ort, wo man nicht nur gute und erschwingliche Kunst sehen und bei den Ausstellungseröffnungen erlesenen Wein kosten und interessante Gespräche führen, sondern auch die mit positiver Energie geladene Atmosphäre genießen kann. Kein Wunder, denn Joanna und Mariusz Bednarski sind Menschen, die man sofort ins Herz schließt.

Von Urszula Usakowska-Wolff

„»Pigasus« hat einen ganz einfachen Geschmack und zeigt nur das Beste“ weiterlesen

Henry de Winter, der Gentleman mit einer weißen Nelke am Revers, singt unvergessliche Schlager und ist eine Augenweide

Henry de Winter. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Henry de Winter, den seine Bewunderer »Sir« nennen, ist der Gentleman mit den zeitlosen Maßanzügen und der Sänger mit einer Vorliebe für die Musik der 1920er, 1930er und 1940er Jahre.

Von Urszula Usakowska-Wolff

„Henry de Winter, der Gentleman mit einer weißen Nelke am Revers, singt unvergessliche Schlager und ist eine Augenweide“ weiterlesen

Else Lasker Schüler: »Immer in aller Blickpunkt«

Else Lasker-Schüler, Die Bilder, Ausstellungskatalog, Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 2011

Die Ausstellung »Else Lasker-Schüler. Die Bilder« im Hamburger Bahnhof zeigt die Lyrikerin als Zeichnerin

Else Lasker-Schüler wollte eigentlich Malerin werden. Ihr bildnerisches Werk, lange Zeit nicht angemessen gewürdigt, wurde im vorigen Jahr im Jüdischen Museum Frankfurt ausgestellt. Jetzt kann die umfassende Retrospektive mit 150 Zeichnungen, Briefzeichnungen, Collagen, bemalten Postkarten sowie Buch- und Zeitschriftenillustrationen der avantgardistischen Bild- und Wortkünstlerin im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart besichtigt werden.

Von Urszula Usakowska-Wolff

„Else Lasker Schüler: »Immer in aller Blickpunkt«“ weiterlesen

Berliner Boheme aus der 5. Schweiz trifft sich in der Helvetia Szene-Beiz

Helvetia Röschti-Bar: 5. Schweiz in Berlin-Kreuzberg. Foto © Andreas Riedel

Kaum zu glauben, aber wahr: Von den 4000 Schweizerinnen und Schweizern, die ihren Wohnsitz in Berlin haben, sind 3000 in der Kultur tätig. In Kunst, Design und Literatur, im Fernsehen, Theater und in anderen Medien. Vor allem auf die Schweizer Filmwelt übt die Bundeshauptstadt eine große Anziehungskraft aus: Die halbe helvetische Filmszene lebt an der Spree! Weil die Schweiz, im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern, kein eigenes Kulturinstitut in Berlin betreibt, kamen drei Schweizer Filmleute: der Schauspieler René Schoenenberger, der Drehbuchautor Felix Benesch und die Bühnenbildnerin Maja Zogg im Herbst 2009 auf die Idee, für ihre kreativen Landsleute einen festen Treffpunkt, den »Helvti-Treff« zu etablieren. »Helvti« in Anspielung auf Helvetia und als Wortspiel. Es klingt wie Hälfte und war Programm: Die Begegnungen sollten jeden Monat, jeweils zur Monatshälfte, stattfinden.

Von Urszula Usakowska-Wolff

„Berliner Boheme aus der 5. Schweiz trifft sich in der Helvetia Szene-Beiz“ weiterlesen

Softporno und Hardcore auf Leinwand und Styropor

Ausstellung "William N. Copley und Andreas Slonimski, X-Rated", me Collectors Room Berlin, 2011. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Liebe, Lust und Frust, schön gemalte Acrylbilder und kitschige Kunststoffreliefs, die um Sex und Erotik kreisen, präsentiert die Doppelausstellung »X-Rated« im Berliner me Collectors Room. Über 50 Werke von William N. Copley (1919-1996) und Andreas Slonimski (geb. 1959) zeigen das bunte Treiben der Geschlechter aus maskuliner Sicht.

Von Urszula Usakowska-Wolff

„Softporno und Hardcore auf Leinwand und Styropor“ weiterlesen

Der komplexe Kosmos des Künstlers Sigmar Polke

"Lange Polke-Ncht" mit Erhard Klein (l.), Klaus Staeck, Robert Kudielka und Jürgen Becker, AdK, 23.02.2011. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Zur »Langen Polke-Nacht«, die am 23. Februar anlässlich der Ausstellung »Sigmar Polke. Eine Hommage. Bilanz einer Künstlerfreundschaft Polke/Staeck« in der Akademie der Künste am Pariser Platz 4 stattfand, wurden Freunde, Mitstreiter und Familienangehörige des aus Niederschlesien stammenden Wahlkölners eingeladen, die das Publikum mit persönlichen, oft intimen Einblicken in dessen Leben und Werk mehr als fünf Stunden bei Laune hielten.

Von Urszula Usakowska-Wolff

„Der komplexe Kosmos des Künstlers Sigmar Polke“ weiterlesen

Dietmar Rübel: »Sigmar Polke war so ein scharfer Beobachter wie kaum jemand«

Dietmar Rübel vor den Bildern aus der Serie "Wir Kleinbürger!" von Sigmar Polke. Adk Berlin, 2011. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Dietmar Rübel von der Hochschule für Bildende Künste in Dresden über seinen Beitrag zur Ausstellung »Sigmar Polke. Eine Hommage. Bilanz einer Künstlerfreundschaft Polke/Staeck«.

Von Urszula Usakowska-Wolff

Herr Rübel, die zehn großformatigen Bilder unter dem Titel »Wir Kleinbürger! Zeitgenossen und Zeitgenossinnen« von Sigmar Polke standen im Mittelpunkt der gleichnamigen, von Ihnen mitkuratierten Schau in der Hamburger Kunsthalle, die vom internationalen Kunstkritikerverband AICA zur Ausstellung des Jahres 2009 gekürt wurde. Jetzt sind sie zum ersten Mal in Berlin, in der Akademie der Künste am Pariser Platz, zu sehen. Wie kam es zu dieser Premiere?

An dem Gruppenprojekt für die Hamburger Kunsthalle, woran sich neben mir Dorothee Böhm, Petra Lange-Berndt und Michael Liebelt beteiligten, haben wir fast drei Jahre gearbeitet, weil Sigmar Polke sich sehr schwer damit getan hat, dass wir die 1970er Jahre, dieses vermeintlich verruchte Jahrzehnt in seinem Leben und Werk, wieder entdeckten. Ihm gefiel es nicht, dass wir ihn als politischen Künstler zeigen wollten. »Die Leute werden das nicht verstehen. Ich bin doch der Clown und der Spaßmacher«, sagte er. Das war eine der typischen Polke-Posen, wie etwa Faulpelz, Einsiedler oder Alchemist, die ihm dazu dienten, sich zu verstecken. Ich glaube, dass er durchaus politische Kunst gemacht hat – und das ist sehr zentral für seine Arbeit.

„Dietmar Rübel: »Sigmar Polke war so ein scharfer Beobachter wie kaum jemand«“ weiterlesen