Berliner Boheme aus der 5. Schweiz trifft sich in der Helvetia Szene-Beiz

Kaum zu glauben, aber wahr: Von den 4000 Schweizerinnen und Schweizern, die ihren Wohnsitz in Berlin haben, sind 3000 in der Kultur tätig. In Kunst, Design und Literatur, im Fernsehen, Theater und in anderen Medien. Vor allem auf die Schweizer Filmwelt übt die Bundeshauptstadt eine große Anziehungskraft aus: Die halbe helvetische Filmszene lebt an der Spree! Weil die Schweiz, im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern, kein eigenes Kulturinstitut in Berlin betreibt, kamen drei Schweizer Filmleute: der Schauspieler René Schoenenberger, der Drehbuchautor Felix Benesch und die Bühnenbildnerin Maja Zogg im Herbst 2009 auf die Idee, für ihre kreativen Landsleute einen festen Treffpunkt, den »Helvti-Treff« zu etablieren. »Helvti« in Anspielung auf Helvetia und als Wortspiel. Es klingt wie Hälfte und war Programm: Die Begegnungen sollten jeden Monat, jeweils zur Monatshälfte, stattfinden.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Softporno und Hardcore auf Leinwand und Styropor

Liebe, Lust und Frust, schön gemalte Acrylbilder und kitschige Kunststoffreliefs, die um Sex und Erotik kreisen, präsentiert die Doppelausstellung »X-Rated« im Berliner me Collectors Room. Über 50 Werke von William N. Copley (1919-1996) und Andreas Slonimski (geb. 1959) zeigen das bunte Treiben der Geschlechter aus maskuliner Sicht.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Der komplexe Kosmos des Künstlers Sigmar Polke

Zur »Langen Polke-Nacht«, die am 23. Februar anlässlich der Ausstellung »Sigmar Polke. Eine Hommage. Bilanz einer Künstlerfreundschaft Polke/Staeck« in der Akademie der Künste am Pariser Platz 4 stattfand, wurden Freunde, Mitstreiter und Familienangehörige des aus Niederschlesien stammenden Wahlkölners eingeladen, die das Publikum mit persönlichen, oft intimen Einblicken in dessen Leben und Werk mehr als fünf Stunden bei Laune hielten.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Dietmar Rübel: »Sigmar Polke war so ein scharfer Beobachter wie kaum jemand«

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Dietmar Rübel von der Hochschule für Bildende Künste in Dresden über seinen Beitrag zur Ausstellung »Sigmar Polke. Eine Hommage. Bilanz einer Künstlerfreundschaft Polke/Staeck«.

Von Urszula Usakowska-Wolff

Herr Rübel, die zehn großformatigen Bilder unter dem Titel »Wir Kleinbürger! Zeitgenossen und Zeitgenossinnen« von Sigmar Polke standen im Mittelpunkt der gleichnamigen, von Ihnen mitkuratierten Schau in der Hamburger Kunsthalle, die vom internationalen Kunstkritikerverband AICA zur Ausstellung des Jahres 2009 gekürt wurde. Jetzt sind sie zum ersten Mal in Berlin, in der Akademie der Künste am Pariser Platz, zu sehen. Wie kam es zu dieser Premiere?

An dem Gruppenprojekt für die Hamburger Kunsthalle, woran sich neben mir Dorothee Böhm, Petra Lange-Berndt und Michael Liebelt beteiligten, haben wir fast drei Jahre gearbeitet, weil Sigmar Polke sich sehr schwer damit getan hat, dass wir die 1970er Jahre, dieses vermeintlich verruchte Jahrzehnt in seinem Leben und Werk, wieder entdeckten. Ihm gefiel es nicht, dass wir ihn als politischen Künstler zeigen wollten. »Die Leute werden das nicht verstehen. Ich bin doch der Clown und der Spaßmacher«, sagte er. Das war eine der typischen Polke-Posen, wie etwa Faulpelz, Einsiedler oder Alchemist, die ihm dazu dienten, sich zu verstecken. Ich glaube, dass er durchaus politische Kunst gemacht hat – und das ist sehr zentral für seine Arbeit.

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Das wunderbare Band der Ironie oder was Klaus Staeck mit Sigmar Polke verbindet

Am Abend des 13. Januar befand sich die Akademie der Künste am Pariser Platz 4 in einem Belagerungszustand: Hunderte Vernissage-Gäste drängten sich im Foyer und nahmen lange Wartezeiten in Kauf, um die von Klaus Steck und Kirsten Klöckner kuratierte Ausstellung »Sigmar Polke. Eine Hommage« zu sehen.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Kirsten Klöckner: »Sigmar Polke neigte dazu, langweilige Regeln zu brechen«

Ein Gespräch mit Kirsten Klöckner über ihre Zusammenarbeit mit Sigmar Polke, den die Akademie der Künste mit einer großen Ausstellung ehrt.

Die in Berlin lebende Malerin und Objektkünstlerin Kirsten Klöckner wurde 1962 in Braunschweig geboren, von 1983-86 studierte sie Bildhauerei in der Klasse Ruthenbeck an der Kunstakademie Münster, 1990 eröffnete sie in Düsseldorf die Verlagsgalerie Edition Klöckner mit Grafiken und Multiples, unter anderem von Felix Droese, Panamarenko, Nam June Paik, Klaus Staeck und Sigmar Polke. 

Von Urszula Usakowska-Wolff

Frau Klöckner, Sie sind Künstlerin und treten jetzt neben Klaus Staeck als Mitkuratorin der Ausstellung »Sigmar Polke – Eine Hommage. Bilanz einer Künstlerfreundschaft Polke/Staeck« auf, die in der Akademie der Künste am Pariser Platz gezeigt wird. Wie ist es dazu gekommen?

Weil ich nicht nur Künstlerin sondern auch Verlegerin bin. Klaus Staeck und ich haben oft zusammen gearbeitet, ich als Künstlerin für seine Edition, oder eben auch als seine Verlegerin. Er fand es gut, jemanden dabei zu haben, der das gezeigte Material kennt. Diese Ausstellung dokumentiert viele Jahre der Zusammenarbeit zwischen Klaus Staeck und Sigmar Polke, ein Paar Punkte, an denen ich mitarbeiten konnte, und natürlich auch Polkes politisches Interesse, das zum Beispiel deutlich wird bei der Betrachtung der Editionen »Entartete Kunst« oder »Kölner Bettler«. Er war nicht unpolitisch, kein Spaßkünstler. Seine Kunst ist keine Dekoration.

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