Marwan Kassab-Bachi (1934 – 2016)

Marwan Kassab-Bachi ist am 22. Oktober 2016 in Berlin verstorben. Der aus Damaskus stammende Maler wurde 82 Jahre alt.

Anfang 2014 richtete die Villa Grisebach in der Fasanenstraße 24 in Berlin-Charlottenburg Marwan Kassab-Bachi  eine große Einzelausstellung zu seinem 80. Geburtstag aus. Ich habe damals darüber eine Rezession geschrieben, die Sie hier lesen können.

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Tony Cragg und seine filigran-monumentalen Skulpturen

Der 1949 in Liverpool geborene und seit 1977 in Wuppertal lebende Tony Cragg gehört zu den international bekanntesten Bildhauern seiner Generation. 40 seiner Werke, darunter vor allem Plastiken, aber auch Zeichnungen und Aquarelle aus den letzten 30 Jahren können jetzt im Polnischen Skulpturenzentrum Orońsko (CPR) bewundert werden. Die dritte Ausstellung des britischen Starkünstlers in Polen ist zugleich seine größte und schönste, denn in der ehemaligen Sommerresidenz des polnischen Malers Józef Brandt (1841-1915), einem einzigartigen Park- und Gebäudekomplex, wo sich seit 1981 das CPR befindet, haben Tony Craggs Skulpturen sowohl unter Dach als auch im Freien genügend Platz, um ihre einzigartige Wirkung zu entfalten. Die beeindruckende Schau wird anschließend im MWW – Muzeum Współczesne Wrocław – gezeigt.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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The Dark Rooms – Ausstellung in dunklen Räumen

»The Dark Rooms« ist eine kurzlebige Ausstellung, die langfristige Folgen haben soll. Sie wird am 3. September 2016 in der ehemaligen Willner-Brauerei eröffnet. Auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern werden dort elf Arbeiten von elf internationalen Künstlern gezeigt. Der Titel ist kein Zufall, denn die Ausstellungsräume werden wirklich ganz schön dunkel sein. Nichts oder ganz wenig wird von den spärlich beleuchteten Kunstwerken ablenken. »Wir müssen es schaffen, den Focus wieder auf die Kunst zu richten«, sagt Clara Cremer, die zum fünfköpfigen Team gehört, das seit einem halben Jahr »The Dark Rooms« vorbereitet. »Wir hoffen, dass nach dem Besuch der Ausstellung viele Leute ihre Kunstwahrnehmung ändern werden. Wenn das gelingt, haben wir schon viel erreicht.«

Clara Cremer, Foto © Urszula Usakowska-Wolff
Clara Cremer, Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Interview: Urszula Usakowska-Wolff

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Erwin Wurm ist ein Pygmalion à rebours

Unter dem Titel »Bei Mutti« präsentiert die Berlinische Galerie 80 Arbeiten von Erwin Wurm, die er in den letzten 25 Jahren geschaffen hat: aus der Form geratene Alltagsobjekte, One Minute Sculptures und Zeichnungen. Die erste Einzelausstellung des international gefeierten Allround-Künstlers in Berlin zeigt, wie er in seinen Werken die Grenzen zwischen Skulptur, Objekt und Performance überwindet. »Bei Mutti« sind alle herzlich willkommen, und die Mutigen können sich für einen kurzen Augenblick in eine leibhaftige Plastik verwandeln. Erwin Wurm macht´s möglich!

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Mario Lischewsky: Was in der Luft liegt, spiegelt die Leinwand

Für die Ausstellung »atme« im Bürgerhaus Grünau hat Mario Lischewsky, der 1976 in Sofia geboren wurde und seit 2001 in Berlin lebt, 18 Bilder ausgewählt, wovon beinahe die Hälfte aus dem Jahr 2016 stammt und zum ersten Mal gezeigt wird. Diese größtenteils monochromen oder in der Technik der Grisaille gefertigten Arbeiten sind für den Künstler »Ausdruck höchster Expressivität«. Durch die starken Kontraste wird die Dramatik und Dynamik des Dargestellten sichtbar, die Bilder haben eine außergewöhnliche körperliche Präsenz, der sich die Betrachtenden nicht entziehen können. Die Ausstellung »atme« wurde am 1. Juli 2016, um 18 Uhr eröffnet, und war ein voller Erfolg: Über 100 Menschen drängten sich im Bürgerhaus Grünau, um die aufregenden und perfekt gemalten Bilder von Mario Lischewsky zu sehen und mit dem Künstler zu sprechen.

Mario Lischewsky neben seinem Bild “Exodus”. Foto © Urszula Usakowska-Wolff
Mario Lischewsky neben seinem Bild “Exodus”. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

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Józef Chełmowski und seine Welt voller Engel

Am 6. Juli 2013 verstarb Józef Chełmowski,  ein vielseitig begabter, offener und neugieriger Mensch: Er zeichnete, schnitzte, malte auf Glas, Leinwand, Holz und Spanplatte. Seine Farben mischte er sich selbst aus Eigelb, Quark, Milch, Blätter und Blüten. Er war Philosoph, Erfinder, Astronom und Theologe. Er dachte viel über die Welt nach, verfolgte und kommentierte in seinen Werken das Zeitgeschehen. Seine Fantasie und Experimentierfreude kannten keine inhaltlichen und formalen Grenzen.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Sebastian Bieniek: »Die Traurigkeit der Elefanten« in der Fotogalerie Friedrichshain

Sebastian Bieniek ist ein Meister der Täuschung und des subversiven Humors. Er stellt unsere Sehgewohnheiten infrage, indem er die Wirklichkeit defragmentiert, das Bekannte verfremdet und es in einem neuen überraschenden Kontext zeigt. Er bringt zusammen, was nicht zusammen gehört, und weil die Kunst alles, na ja, fast alles möglich macht, gelingt es diesem Künstler, aus dem Nichtzusammenhängenden eine Einheit zu konstruieren. Es passt zwar nicht zusammen, was nicht zusammen passt, aber wenn es entsprechend inszeniert und in einen Rahmen gesteckt wird, wirkt die Überschreitung des Faktischen authentisch, sie wird ein Teil der Wirklichkeit, obwohl es im wirklichem, das heißt »echtem« Leben solche Transgressionen eher selten gibt.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Leiko Ikemura: Melancholie und Energie

Leiko Ikemura ist mit vielen Talenten gesegnet. Das vielschichtige Werk der in Berlin lebenden Malerin, Grafikerin, Fotografin, Bildhauerin und Lyrikerin ist jetzt zum ersten Mal in diesem Umfang in der Einzelausstellung unter dem Titel »… und plötzlich dreht der Wind« im Haus am Waldsee zu sehen. In den Arbeiten, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind, befasst sich die Künstlerin mit universellen Fragen, mit der Fragilität und Endlichkeit der menschlichen Existenz, das heißt: mit dem unendlichen Kreislauf von Leben und Tod.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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»Kunst aus dem Holocaust«: Der menschliche Geist kann nicht bezwungen werden

»Kunst aus dem Holocaust« ist der Titel der Ausstellung, die im Deutschen Historischen Museum gezeigt wird. Erstmals in Deutschland sind dort 100 Werke aus der Sammlung der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zu sehen, die zwischen 1939 – 1945 von jüdischen Häftlingen in Konzentrations-, Arbeits- und Vernichtungslagern und in den Ghettos gemalt wurden.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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