Was für ein Leben! Was für ein Mensch! Was für ein Künstler! Die Ausstellung »Oskar Kokoschka: Humanist und Rebell« im Kunstmuseum Wolfsburg

So viel Kokoschka war schon lange nicht: In Wolfsburg, der VW-Stadt, nur eine Stunde Bahnfahrt von Berlin entfernt, zeigt das Kunstmuseum die beeindruckende Ausstellung eines der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts, der, am Anfang seiner Laufbahn als Bürgerschreck, enfant terrible und »Oberwildling« apostrophiert, im letzten Drittel seines langen Lebens vor allem als Porträtist von Politikern und Prominenten großes Ansehen genoss. »Oskar Kokoschka. Humanist und Rebell« heißt diese Schau, die anhand von 50 Gemälden, 138 Papierarbeiten, Skulpturen und zahlreichen Dokumenten tiefe und intime Einblicke in das einzigartige Werk und die turbulente Vita einer Persönlichkeit gewährt, die noch immer fasziniert, anregt und sehr aktuell wirkt.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Robert Metzkes: » Die Bildhauerei ist eine Form, die ganze Welt in Besitz zu nehmen «

Sie stehen, sitzen, liegen. Einzeln, zu zweit, in Dreiergruppen. Die Köpfe gerade, geneigt, von einer Hand gestützt. Die Arme ausgestreckt, verschränkt, an den Körper gepresst. Die Beine nebeneinander gestellt, fest auf dem Boden, übereinander geschlagen, gespreizt. Sie sind barfuß oder tragen flache Schuhe, Jeans, Dreiviertelhosen, T-Shirts, gestrickte Pullover, Strickkleider und Abendroben, die wie eine zweite Haut aussehen. Die Köpfe der Akte schmücken Turbane. Diese vorwiegend weiblichen Geschöpfe sind seltsam leblos, obwohl sie die Bewegung personifizieren. Sie vermitteln den Eindruck, als seien sie in ihren Gedanken so tief versunken, dass sie sich nicht mehr regen, dass sie von der äußeren Welt nichts mehr wissen wollen. Sie haben sich in Statuen verwandelt, weil sie nur in dieser Form so schön verweilen, so ewig weiblich und von der Zeit unberührt bleiben können, immer mitten im Frühling, in der Blüte ihres Lebens. Solche Figuren sind das Werk des Bildhauers Robert Metzkes, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert. Aus diesem Anlass zeigt das Georg-Kolbe-Museum seine Ausstellung »Menschenbilder«.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Monumente eines Märtyrers: »Evidence« von Ai Weiwei im Martin-Gropius-Bau

Ein Kreis aus Flusskrabben. Sie sind zum Teil schwarz, zum Teil rötlich und sehen echt aus, so echt wie aus Plastik gegossen. Sie sind aber aus Porzellan gebrannt und handbemalt. Sie liegen auf dem Holzparkett in einem Museum. Ein Kunstwerk also, entstanden und zur Schau gestellt, um auf etwas Wichtiges aufmerksam zu machen. Worauf? Auf die Ausrottung einer schmackhafter Spezies durch den ungehemmten Appetit der Menschheit? Auf den grenzenlosen Konsum? Oder sind es etwa Wollhandkrabben, jene aus China stammenden gefräßigen Neozoen, tierische Neubürger, die sich in unseren heimischen Gewässern ausbreiten und unsere Fische auszurotten drohen? Ein Symbol der unerfreulichen Folgen der Migration? Nein, diese chinesischen Flusskrabben, eines der Werke des Künstlers Ai Weiwei im Berliner Gropius-Bau, deuten an, dass es in China keine Meinungsfreiheit gibt.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Sirene, Suppenkelle & Sensenmann: »Die halluzinierte Welt. Malerei am Rand der Wirklichkeit« im Haus aus Lützowplatz

Das Bild wirkt luzid, wie durch eine Fensterscheibe gesehen. An einen mit Sternen gemusterten Schirm klammert sich ein menschliches Wesen. Ist die mit einem weißen T-Shirt, einer etwas dunkleren Badehose bekleidete und nur mit einem Flip-Flop beschuhte Gestalt ein Junge oder ein Mädchen? Fliegt sie der Sonne oder dem Mond entgegen? Ist sie gerade dabei, ins Wasser zu fallen, wo sich ihre Beine spiegeln und vier Schirme treiben? Ist es die Stunde der Dämmerung oder ein nebliger Tag, der alles in ein diffuses graues Lila taucht? Und warum heißt das fast monochrome Gemälde »Sirene«?

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Eden im Erdgeschoss, Hölle im Himmel

Die Ausstellung »Making Eden« in der Galerie Blain|Southern zeigt die Werke von Yinka Shonibare, der sich mit Charme, Ironie, einer Prise schwarzen Humors und sehr viel Esprit mit Klischees, Konstruktion und Dekonstruktion von Geschichte, Kolonialismus, Postkolonialismus und Identität auseinander setzt. Diese schwierigen Themen stellt er mit einer unübertroffenen Leichtigkeit und bewundernswerter Konsequenz dar.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Die Nachbarschaftsgalerie im Kunger Kiez

Hinter drei großen Schaufenstern erstreckt sich ein hell beleuchteter Saal. An den Wänden hängen Bilder, auf dem weiß gekachelten Fußboden stehen zwei kleine Tische und fünf Stühle, ein Büchertauschregal, eine mit Flokati-Brücken bedeckte Holzkiste, daneben kräuselt sich ein Geldbaum auf einem Blumenständer.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Dorothy Iannone oder die Kunst der Liebe

Sie ist eine Meisterin der erotischen Kunst. Die Zeichnungen, Gemälde, Objekte, Bild-Schrift-Klang- und Filminstallationen der Dorothy Iannone sind eine Hommage an Dieter Roth; ein Lobgesang auf die Erotik als Ausdruck göttlicher Vereinigung von Körper und Geist. Trotz aller Verehrung des Geliebten ist Dorothy Iannone die handelnde Person und die Hauptprotagonistin ihrer Kunst.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Hanna Schygullas filmgewordene Träume

Hanna Schygulla wird mit vielen Namen geschmückt: Ikone und Legende des Neuen Deutschen Films, Diva, Diseuse und die einzige deutsche Schauspielerin ihrer Generation, die Weltruhm erlangte. Dabei wird immer wieder darauf hingewiesen, sie sei Muse und Weggefährtin von Rainer Werner Fassbinder gewesen, der sie entdeckte und dem sie ihren internationalen Erfolg verdankt. Das ist alles zur Genüge bekannt, beschrieben, dokumentiert. Das wird jetzt alles in Erinnerung gebracht, weil die Mimin und Sängerin am ersten Weihnachtstag 2013 Jahres 70 geworden ist.

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Rolando Villazón: »Popularität kann sehr hilfreich dabei sein, den Menschen etwas zu geben«

Das Exklusivinterview mit Rolando Villazón führte für den strassen|feger Urszula Usakowska-Wolff

Señor Villazón, seit Ende der 1990er Jahre sind Sie einer der gefragtesten und beliebtesten Tenöre weltweit. Sie singen, tanzen und schauspielern, darüber hinaus führen Sie selbst Regie, treten in abendfüllenden Filmen, Dokumentationen und in Talkshows auf, moderieren eigene Fernsehsendungen, fördern junge Talente, nehmen CDs auf. Sie sind stets auf Reisen und in Bewegung. Damit nicht genug, denn Sie betätigen sich auch als Zeichner, und Sie haben vor kurzem Ihren ersten Roman »Malabares« in Spanien veröffentlicht, der 2014 auf Deutsch erscheinen wird. Wann finden Sie für das alles Zeit? Haben Sie überhaupt noch Zeit zum Schlafen, geschweige denn für ein Privatleben?

Ich habe das große Glück, dass alles, was ich tue, mir wirklich viel Spaß macht. Dadurch, dass meine Aktivitäten so unterschiedlich sind, ist mein Leben auch sehr abwechslungsreich. Meine Freizeit, und das ist besonders die Zeit, die ich mit meiner Familie verbringe, hat aber natürlich einen großen Stellenwert und bringt mir ebenso viel Freude und auch den nötigen Ausgleich. Ich denke, es gibt immer mehr Zeit, als wir denken, um die Dinge zu tun, die wir lieben. Wir müssen uns diese Zeit aber auch bewusst nehmen.

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Thomas Schütte: Schöne Grüße vom Meister großer und kleiner Geister im me Collectors Room Berlin

Er gehört zu den international bekanntesten und begehrtesten deutschen Künstlern – und ist einer, der (fast) alles kann. Der am 16. November 1954 in Oldenburg geborene und in Düsseldorf lebende Thomas Schütte zeichnet, aquarelliert, fotografiert, ätzt, knetet, modelliert, töpfert, hobelt und meißelt.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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