Schlagwort-Archiv: Installationen

Lyrische und drastische feministische Kunst aus Indien

Die in der Ausstellung »Facing India« gezeigte Kunst ist ohne Zweifel feministisch, politisch und engagiert. Aber unabhängig davon, wie man sie nennt, ist es eine Kunst, die äußerst suggestiv wirkt und lange im Gedächtnis bleibt. Der Einfallsreichtum, das Wissen und die Gelehrsamkeit der Künstlerinnen, die Dynamik und Energie, mit der sie ihre perfekt ausgeführten Werke realisieren, die Vielzahl von Techniken, Materialien und überraschenden Lösungen kommen in allen Arbeiten, die im Erdgeschoss des Kunstmuseums Wolfsburgs präsentiert werden, zum Ausdruck.

 Von Urszula Usakowska-Wolff

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Jeppe Hein: Viele Wege führen zur Kunst

»This Way« ist die bisher größte Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Jeppe Hein. Die im Kunstmuseum Wolfsburg gezeigten interaktiven Werke des gebürtigen Kopenhageners lassen der Fantasie freien Lauf, regen alle Sinne an und begeistern das Publikum.

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Käthe Kruse: »Ich langweile mich nie, denn mich beschäftigt immer die Welt«

Käthe Kruse, am 10. September 1958 geboren, ist eine faszinierende und charismatische Persönlichkeit, deren Leben genügend Stoff für einen Roman bietet. Sie war Hausbesetzerin und Mitglied der Künstlergruppe Die Tödliche Doris. Die Künstlerin und Musikerin schafft seit über 20 Jahren raumgreifende und multimediale Installationen, die wie Bühnenbilder wirken. Sie ist seit 1991 mit dem Schweizer Schriftsteller Yves Rosset verheiratet und hat zwei Töchter: Edda (24) und Klara (20), mit denen sie in Performances auftritt. Nan Goldin, mit der sie im besetzten Haus in Kreuzberg wohnte, verewigte Käthe und ihre Töchter auf zahlreichen Fotografien, die sich heute in den wichtigsten internationalen Sammlungen und Museen befinden. Seit knapp zwei Jahren wohnt Käthe Kruse im Taut-Haus am Engeldamm, wo ich sie in ihrem Atelier besuchte.

Interview und Fotos von Urszula Usakowska-Wolff

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Uhren, Spiegel, Steine: Die Ausstellung »Monolog aus dem 11ten Stock« von Alicja Kwade im Haus am Waldsee

Alicja Kwade, 1979 in Kattowitz, Polen, geboren, lebt seit 1986 in Deutschland. Von 1999 -2005 studierte sie an der Universität der Künste Berlin. Sie ist eine der bekanntesten und gefragtesten Künstlerinnen ihrer Generation und hatte bisher 30 Einzelausstellungen weltweit. Die mit zahlreichen Auszeichnungen, zuletzt mit dem Hektorpreis der Kunsthalle Mannheim bedachte Bildhauerin lebt und arbeitet in Berlin. 

Rezension und Fotos: Urszula Usakowska-Wolff

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»Moby-Dick« von Michael Beutler: Ein Potpourri aus Papier, Bambus, Holz und Pecafil

Die Ausstellung »Moby-Dick« von Michael Beutler in der historischen Halle des Hamburger Bahnhofs wirkt wie eine gelungene Mischung aus Baumarkt, Baustelle, Manufaktur, Volksfest, Lager und Recyclinghof.

Von Urszula Usakowska-Wolff

Das Karussell dreht sich, doch es rührt sich in Wirklichkeit nicht vom Fleck. Was sich dreht, ist die Rotunde, in der sich das Karussell befindet. Eine Wahrnehmungstäuschung also, die aber erst nach einer längeren Zeit auffällt und den Spaß, auf dem Karussell auch dann zu fahren, wenn es steht, nicht mindert – oder vielleicht sogar noch steigert. Das Karussell ist jetzt in einem Museum aufgestellt, und man fühlt sich darin so, als säße man in einem stehenden Zug, während der auf dem Nachbargleis sich in Bewegung setzt. Doch das Karussell, das in einer runden Hülle ein bisschen wie unter einer milchigen Käseglocke in der Mitte der historischen Halle des Hamburger Bahnhofs steckt, ist kein Zug. Nein, es stellt ein Schiff dar, das Literaturgeschichte geschrieben hat und nun vielleicht Kunstgeschichte schreiben wird. Es ist die spielerische und verblüffende Nachbildung des Schiffs »Pequod«, mit dem Kapitän Ahab in Herman Melvilles Roman »Moby-Dick« (1851) den weißen Pottwal jagte, diesmal aus der Hand des vielseitig begabten, gefragten, experimentierfreudigen und umweltbewussten Künstlers Michael Beutler, Jahrgang 1976.

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Die Welt vor und hinter dem Spiegel

In der Galerie Kai Dikhas, dem »Ort des Sehens« im Aufbau-Haus am Moritzplatz, der einzigen Galerie für die Kunst der Roma und Sinti hierzulande, werden zwei großartige Ausstellungen: »Dark Glass« von Daniel Baker und »Kushti Atchin Tan? – Ein guter Ort?« von Delaine Le Bas aus Großbritannien gezeigt, die einen universellen Charakter haben und die Probleme der Gegenwart auf überzeugende und zum Teil erschütternde Weise thematisieren.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Großer Bahnhof für Dieter Roth in Berlin

Die Ausstellung »Dieter Roth. Und weg mit den Minuten« im Hamburger Bahnhof widmet sich einem bisher nicht gebührend gewürdigten Aspekt im Werk des vielseitig begabten Künstlers: seiner Beschäftigung mit Musik. Zu sehen sind Assemblagen, Objekte und großräumige Installationen, in die er Musikinstrumente und Audiogeräte, Melodien, Worte und Geräusche integrierte sowie Filme von seinen Musikperformances und Improvisationen im Rahmen der Konzertreihe »Selten gehörte Musik«. Die Schau wird durch Werke von Künstlern und Künstlergruppen ergänzt, für die Musik ebenfalls eine große Rolle spielte, darunter George Brecht, Rodney Graham, Annika Kahrs, Bruce Nauman, Nam June Paik und Die Tödliche Doris.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Otto Piene und seine Kunst, die nie verebbt

Otto Piene, einem der Mitbegründer der Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO (1958-1966), schwebte von Anfang an eine Kunst vor, die ein kollektives Werk und ein kollektives Erlebnis sein sollte, eine Kunst, die den Himmel, die Luft, den Wind, die Landschaft und den städtischen Raum als Projektionsfläche und Bühne nutzt, die Massen anspricht und zum Mitmachen bewegt. Die Doppelausstellung »More Sky« von Otto Piene in Berlin wird durch den plötzlichen Tod des Künstlers zu einer posthumen Hommage.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Monumente eines Märtyrers: »Evidence« von Ai Weiwei im Martin-Gropius-Bau

Ein Kreis aus Flusskrabben. Sie sind zum Teil schwarz, zum Teil rötlich und sehen echt aus, so echt wie aus Plastik gegossen. Sie sind aber aus Porzellan gebrannt und handbemalt. Sie liegen auf dem Holzparkett in einem Museum. Ein Kunstwerk also, entstanden und zur Schau gestellt, um auf etwas Wichtiges aufmerksam zu machen. Worauf? Auf die Ausrottung einer schmackhafter Spezies durch den ungehemmten Appetit der Menschheit? Auf den grenzenlosen Konsum? Oder sind es etwa Wollhandkrabben, jene aus China stammenden gefräßigen Neozoen, tierische Neubürger, die sich in unseren heimischen Gewässern ausbreiten und unsere Fische auszurotten drohen? Ein Symbol der unerfreulichen Folgen der Migration? Nein, diese chinesischen Flusskrabben, eines der Werke des Künstlers Ai Weiwei im Berliner Gropius-Bau, deuten an, dass es in China keine Meinungsfreiheit gibt.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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