Schlagwort-Archiv: Skulpturen

Iris Schieferstein: Bizarre Bildhauerin in bigotter Bundesrepublik

Chimären, Hybriden, Stiefeletten aus Pferdehufen mit Revolverabsätzen: Mit ihren eigen- und einzigartigen, tabubrechenden Objekten aus Tierpräparaten fasziniert und polarisiert Iris Schieferstein die Kunstwelt und das Publikum wie keine andere.

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Tony Cragg und seine filigran-monumentalen Skulpturen

Der 1949 in Liverpool geborene und seit 1977 in Wuppertal lebende Tony Cragg gehört zu den international bekanntesten Bildhauern seiner Generation. 40 seiner Werke, darunter vor allem Plastiken, aber auch Zeichnungen und Aquarelle aus den letzten 30 Jahren können jetzt im Polnischen Skulpturenzentrum Orońsko (CPR) bewundert werden. Die dritte Ausstellung des britischen Starkünstlers in Polen ist zugleich seine größte und schönste, denn in der ehemaligen Sommerresidenz des polnischen Malers Józef Brandt (1841-1915), einem einzigartigen Park- und Gebäudekomplex, wo sich seit 1981 das CPR befindet, haben Tony Craggs Skulpturen sowohl unter Dach als auch im Freien genügend Platz, um ihre einzigartige Wirkung zu entfalten. Die beeindruckende Schau wird anschließend im MWW – Muzeum Współczesne Wrocław – gezeigt.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Erwin Wurm ist ein Pygmalion à rebours

Unter dem Titel »Bei Mutti« präsentiert die Berlinische Galerie 80 Arbeiten von Erwin Wurm, die er in den letzten 25 Jahren geschaffen hat: aus der Form geratene Alltagsobjekte, One Minute Sculptures und Zeichnungen. Die erste Einzelausstellung des international gefeierten Allround-Künstlers in Berlin zeigt, wie er in seinen Werken die Grenzen zwischen Skulptur, Objekt und Performance überwindet. »Bei Mutti« sind alle herzlich willkommen, und die Mutigen können sich für einen kurzen Augenblick in eine leibhaftige Plastik verwandeln. Erwin Wurm macht´s möglich!

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Józef Chełmowski und seine Welt voller Engel

Am 6. Juli 2013 verstarb Józef Chełmowski,  ein vielseitig begabter, offener und neugieriger Mensch: Er zeichnete, schnitzte, malte auf Glas, Leinwand, Holz und Spanplatte. Seine Farben mischte er sich selbst aus Eigelb, Quark, Milch, Blätter und Blüten. Er war Philosoph, Erfinder, Astronom und Theologe. Er dachte viel über die Welt nach, verfolgte und kommentierte in seinen Werken das Zeitgeschehen. Seine Fantasie und Experimentierfreude kannten keine inhaltlichen und formalen Grenzen.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Leiko Ikemura: Melancholie und Energie

Leiko Ikemura ist mit vielen Talenten gesegnet. Das vielschichtige Werk der in Berlin lebenden Malerin, Grafikerin, Fotografin, Bildhauerin und Lyrikerin ist jetzt zum ersten Mal in diesem Umfang in der Einzelausstellung unter dem Titel »… und plötzlich dreht der Wind« im Haus am Waldsee zu sehen. In den Arbeiten, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind, befasst sich die Künstlerin mit universellen Fragen, mit der Fragilität und Endlichkeit der menschlichen Existenz, das heißt: mit dem unendlichen Kreislauf von Leben und Tod.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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»Berliner Szenen« von Karl Horst Hödicke in der Villa Grisebach

Eine Katze liegt auf einem Liegestuhl, daneben räkelt sich eine nackte Frau. Ein Mann geht mit seinem Hund an der Mauer Gassi. Der Blick aus dem Atelier fällt auf eine riesige Brache: den Potsdamer Platz. Der nächtliche Himmel über Schöneberg ist rot. In den Schaufenstern spiegeln sich Reklamen, Autos und Passanten. Dunkles Bier schäumt rötlich. Leichte und spärlich bekleidete Mädchen, die »Nachtfalter«, warten auf die Freier. Ihre Gesichter sind maskenhaft, ausdruckslos, von Schminke und Leben gezeichnet. Schatten der DDR-Grenzsoldaten fallen auf die Mauer, hinter der die »Goldelse« erstrahlt. Und irgendwann ragt ein Wald von Baukränen am späten Abend in den grünen Himmel über dem Potsdamer Platz.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Shahla Aghapour: Malerin, Bildhauerin, Lyrikerin und Galeristin

Die Blumensträuße weisen darauf hin, dass es hier vor kurzem etwas zu feiern gab. Sie schmücken ein Ambiente, in dem das Weibliche zelebriert wird. An den Wänden hängen seltsame Frauenporträts. Die darauf Abgebildeten sind einäugig, zweiäugig, blauäugig, manchmal auch janusköpfig. Ihre Hälse sind lang, ihre Konterfeis maskenhaft, verträumt, erdig. Ihre Lippen sind rot, die Leinwände bedeckt eine Schrift, die offensichtlich keine lateinische ist.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Badende, Paare, Städte, Sommerfrische und Tiere

Die Ausstellung »ImEx. Impressionismus – Expressionismus. Kunstwende« in der Alten Nationalgalerie sollte man sich nicht entgehen lassen: 160 Meisterwerke des Impressionismus und Expressionismus, die dort präsentiert werden, zeigen, dass die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Stilrichtungen größer sind als die Gegensätze und Unterschiede.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Erwin Wurm in Wolfsburg: Tannen, Würsteln und Gurkeln

Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt die Ausstellung »Fichte« von Erwin Wurm, in der 45 seiner Werke, darunter Skulpturen, Filme und Fotos präsentiert werden.

Von Urszula Usakowska-Wolff

Aus der Form geraten ist diese Welt: ein in die Länge gezogenes, extrem enges Bett, das Klo ebenso. Schöner Wohnen für Zwerge. Ein Schneewittchen gibt es nicht, dafür einige winzige Häuschen und einen Wald, der auf dem Kopf steht, das heißt, er hängt verkehrt herum von der Decke, flankiert von zwei riesigen Spiegeleiern, einem seltsamen Kamin, einem Stuhl, der schräg zwischen zwei Brocken steckt, einer Limousine mit dem guten Stern, auf deren Dach offensichtlich ein Meteorit gelandet ist. Die Objekte, mit denen jetzt die gigantische Halle des Kunstmuseums Wolfsburg bestückt ist, sind entweder viel zu klein oder riesig – wie der fünf Meter hohe »Big Kastenmann«, eine kopflose männliche Figur, die auf beschuhten, besockten und unbehosten Beinen steht und einen kastenänlichen Mantel mit Hemd und Krawatte trägt. Das Ganze heißt zwar »Fichte«, wirkt aber wie Kulisse und Bühne für eine eigentümliche Aufführung von »Gullivers Reisen«.

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Imi Knoebel oder die Liebe zur Geometrie ohne Symmetrie

Das Kunstmuseum Wolfsburg würdigt den Düsseldorfer Künstler und führenden Vertreter der Minimal Art in Deutschland mit einer umfassenden Werkschau, die er selbst inszenierte. 

Von Urszula Usakowska-Wolff

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