Die Welt vor und hinter dem Spiegel

In der Galerie Kai Dikhas, dem »Ort des Sehens« im Aufbau-Haus am Moritzplatz, der einzigen Galerie für die Kunst der Roma und Sinti hierzulande, werden zwei großartige Ausstellungen: »Dark Glass« von Daniel Baker und »Kushti Atchin Tan? – Ein guter Ort?« von Delaine Le Bas aus Großbritannien gezeigt, die einen universellen Charakter haben und die Probleme der Gegenwart auf überzeugende und zum Teil erschütternde Weise thematisieren.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Großer Bahnhof für Dieter Roth in Berlin

Die Ausstellung »Dieter Roth. Und weg mit den Minuten« im Hamburger Bahnhof widmet sich einem bisher nicht gebührend gewürdigten Aspekt im Werk des vielseitig begabten Künstlers: seiner Beschäftigung mit Musik. Zu sehen sind Assemblagen, Objekte und großräumige Installationen, in die er Musikinstrumente und Audiogeräte, Melodien, Worte und Geräusche integrierte sowie Filme von seinen Musikperformances und Improvisationen im Rahmen der Konzertreihe »Selten gehörte Musik«. Die Schau wird durch Werke von Künstlern und Künstlergruppen ergänzt, für die Musik ebenfalls eine große Rolle spielte, darunter George Brecht, Rodney Graham, Annika Kahrs, Bruce Nauman, Nam June Paik und Die Tödliche Doris.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Das Festival »intermedia 69« in Heidelberg oder wie die »Kunst für alle« begann

Gleich am Eingang zu Ausstellung »Kunst für alle« in der ersten Etage der Akademie der Künste in Berlin-Tiergarten flimmern und rauschen zwei alte Schwarzweißfilme. Zu sehen ist darauf eine Welt, die in Bewegung geraten ist und nicht mehr stillhalten kann. Ausgelassene Massen tummeln sich in den Sälen, sitzen, tanzen oder düsen auf Motorrädern durch die Straßen. Spärlich bekleidete blonde Mädchen, eine Mischung aus Twiggy und Brigitte Bardot, lassen ihre Haare kreisen und kreischen im Rhythmus des Jazz. Langmähnige Jungs tragen auf ihre Oberkörper und Beine dicke Schichten Farbe auf. Ein buntes und lautes Treiben, chaotisch, Tabu-brecherisch, rebellisch. Eine Bühne für gezielte und spontane Aktionen in einer betäubenden Geräuschkulisse, aus der sich zornige Worte lösen: »Angst ist individuell. Blut? Was ist schon Blut!? Scheißwasserfarbe ist es. Wir wollen kein Blut! Wir können auch ohne Blut unser Ego verlieren. Können Sie das jetzt auch?«

Von Urszula Usakowska-Wolff

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