Lyrische und drastische feministische Kunst aus Indien

Vibha Galhotra, Neo Camouflage (Installationsfragment), Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Die in der Ausstellung »Facing India« gezeigte Kunst ist ohne Zweifel feministisch, politisch und engagiert. Aber unabhängig davon, wie man sie nennt, ist es eine Kunst, die äußerst suggestiv wirkt und lange im Gedächtnis bleibt. Der Einfallsreichtum, das Wissen und der Weitblick der Künstlerinnen, die Dynamik und Energie, mit der sie ihre perfekt ausgeführten Werke realisieren, die Vielzahl von Techniken, Materialien und überraschenden Lösungen kommen in allen Arbeiten, die im Erdgeschoss des Kunstmuseums Wolfsburg präsentiert werden, zum Ausdruck.

 Von Urszula Usakowska-Wolff

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EVA & ADELE: Zwei Herzen & eine Seele

Eva & Adele, me Collectors Room Berlin, 17.09.2014. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

»L´amour du risque« heißt die Ausstellung im me Collectors Room, in der zum ersten Mal in Berlin das facettenreiche Werk von Eva & Adele umfassend präsentiert wird: Ihre Arbeiten, darunter Malerei, Zeichnungen, Skulpturen und Videoinstallationen, sind autothematisch und biografisch und zeigen, mit welcher Konsequenz, der ein stringentes Konzept zugrunde liegt, die Beiden ihren Weg gehen und alles verwerten, um den Kreislauf der Kunst mit Zeugnissen aus ihrem Leben zu nähren. »Die Liebe zum Risiko« ist eine abwechslungsreiche und kurzweilige Schau mit Charme, Humor und Selbstironie.

 Von Urszula Usakowska-Wolff

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Volker März: Kaleidoskopist der conditio humana

Volker März neben Hitler von Marcks und Franco von Kolbe. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Das ist eine überraschende Begrüßung, wenn man im Georg-Kolbe-Museum die Ausstellung »Der Affe fällt nicht weit vom Stamm« von Volker März besucht: einträchtig nebeneinander sehen den Besucher Francisco Franco, modelliert von Georg Kolbe, und Adolf Hitler, ein Werk von Gerhard Marcks, an. Zwei Köpfe, die für die dunkelsten Kapitel der Menschengeschichte stehen, sind von Volker März aus den Archiven gehoben worden. Sie sind immer noch da.

 Von Manfred Wolff

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Die Ausstellung »gedeih« in der Galerie DASLABOR: Multiplikation dient der Meditation

Anja Asche, 11 Uhr, Collagen-Serie, Mixed Media, 2011. Ausstellungsansicht DASLABOR, Juni 2018. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

»gedeih« heißt die zweite Ausstellung der Gruppe »Die Saat«, die im November 2017 von vier Künstlerinnen gegründet wurde, die sich in einem Workshop des Erfolgsteams Bildende Kunst kennen lernten. Darunter waren Anja Asche und Nadja Schüller-Ost, deren Arbeiten in der Galerie DASLABOR gezeigt werden und die den Maler Marcus Lichtmannegger als Gast zur Teilnahme an dieser Schau eingeladen haben.

 Von Urszula Usakowska-Wolff

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George Condo in der illustren Männerrunde der Moderne

George Condo im Museum Berggruen, 18.11.2016. Foto © Urszula Usakowska-Wolff, VG Bild-Kunst Bonn, 2016

George Condo ist unter die Klassiker gegangen. Als erster zeitgenössischer Künstler wurde er auserwählt, in der Ausstellung »Confrontation« seine Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen im Museum Berggruen, dem Berliner Tempel der Klassischen Moderne, inmitten der Werke von Picasso, Klee, Matisse, Cézanne und Giacometti zu präsentieren. Das ist kein Zufall, denn Condo hat zu den Granden der Kunstgeschichte eine ganz besondere Beziehung.

Von Urszula Usakowska-Wolff & Manfred Wolff

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Mario Lischewsky: Was in der Luft liegt, spiegelt die Leinwand

Mario Lischewsky, Staubmacher, 2016, Pastellkreide auf Papier, 100 x 70 cm. Foto courtesy the artist

Für die Ausstellung »atme« im Bürgerhaus Grünau hat Mario Lischewsky, der 1976 in Sofia geboren wurde und seit 2001 in Berlin lebt, 18 Bilder ausgewählt, wovon beinahe die Hälfte aus dem Jahr 2016 stammt und zum ersten Mal gezeigt wird. Diese größtenteils monochromen oder in der Technik der Grisaille gefertigten Arbeiten sind für den Künstler »Ausdruck höchster Expressivität«. Durch die starken Kontraste wird die Dramatik und Dynamik des Dargestellten sichtbar, die Bilder haben eine außergewöhnliche körperliche Präsenz, der sich die Betrachtenden nicht entziehen können. Die Ausstellung »atme« wurde am 1. Juli 2016, um 18 Uhr eröffnet, und war ein voller Erfolg: Über 100 Menschen drängten sich im Bürgerhaus Grünau, um die aufregenden und perfekt gemalten Bilder von Mario Lischewsky zu sehen und mit dem Künstler zu sprechen.

Mario Lischewsky neben seinem Bild “Exodus”. Foto © Urszula Usakowska-Wolff
Mario Lischewsky neben seinem Bild “Exodus”. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

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Józef Chełmowski und seine Welt voller Engel

Józef Chełmowski, Scheune in Brusy-Jaglie. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Am 6. Juli 2013 verstarb Józef Chełmowski,  ein vielseitig begabter, offener und neugieriger Mensch: Er zeichnete, schnitzte, malte auf Glas, Leinwand, Holz und Spanplatte. Seine Farben mischte er sich selbst aus Eigelb, Quark, Milch, Blätter und Blüten. Er war Philosoph, Erfinder, Astronom und Theologe. Er dachte viel über die Welt nach, verfolgte und kommentierte in seinen Werken das Zeitgeschehen. Seine Fantasie und Experimentierfreude kannten keine inhaltlichen und formalen Grenzen.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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Leiko Ikemura: Melancholie und Energie

Leiko Ikemura mit "Blumen". Haus am Waldsee Berlin. Foto © Urszula Usakowska-Wolff

Leiko Ikemura ist mit vielen Talenten gesegnet. Das vielschichtige Werk der in Berlin lebenden Malerin, Grafikerin, Fotografin, Bildhauerin und Lyrikerin ist jetzt zum ersten Mal in diesem Umfang in der Einzelausstellung unter dem Titel »… und plötzlich dreht der Wind« im Haus am Waldsee zu sehen. In den Arbeiten, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind, befasst sich die Künstlerin mit universellen Fragen, mit der Fragilität und Endlichkeit der menschlichen Existenz, das heißt: mit dem unendlichen Kreislauf von Leben und Tod.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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»Berliner Szenen« von Karl Horst Hödicke in der Villa Grisebach

K.H.Hödicke, 2013. Foto © Usakowska-Wolff

Eine Katze liegt auf einem Liegestuhl, daneben räkelt sich eine nackte Frau. Ein Mann geht mit seinem Hund an der Mauer Gassi. Der Blick aus dem Atelier fällt auf eine riesige Brache: den Potsdamer Platz. Der nächtliche Himmel über Schöneberg ist rot. In den Schaufenstern spiegeln sich Reklamen, Autos und Passanten. Dunkles Bier schäumt rötlich. Leichte und spärlich bekleidete Mädchen, die »Nachtfalter«, warten auf die Freier. Ihre Gesichter sind maskenhaft, ausdruckslos, von Schminke und Leben gezeichnet. Schatten der DDR-Grenzsoldaten fallen auf die Mauer, hinter der die »Goldelse« erstrahlt. Und irgendwann ragt ein Wald von Baukränen am späten Abend in den grünen Himmel über dem Potsdamer Platz.

Von Urszula Usakowska-Wolff

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